Einleitung:

1874 in diesem Jahr war Österreich noch eine Doppelmonarchie und wurde von

KaiserFranz Joseph regiert. Weiters wurde im Wiener Theater die Operette "DieFledermaus" von Johann Strauß in uraufgeführt oder der ehemalige englischePremierminister Winston Churchill wurde geboren. In dieser Zeit wurde dieFeuerwehr in Viehofen gegründet. Und zählt zu einer der ältesten WehrenNiederösterreichs.

DieEntstehung:

DieGründung der Freiwilligen Feuerwehr St.Pölten- Viehofen erfolgte im Jahr 1874.Damals bildete Viehofen mit Ragelsdorf und Weitern eine eigenständige Gemeinde.In den Jahren 1872 und 1873 wüteten verheerende Brände in Ragelsdorf. DieVertreter der damaligen Gemeinde Viehofen sahen sich veranlasst, eineFreiwillige Feuerwehr zu gründen. Der Gemeinderat wandte sich an den Gründerder Freiwilligen Feuerwehr St. Pölten, Prof. Karl Schneck, mit der Bitte, auchin Viehofen eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen. Prof. Karl Schneck stelltesich mit Rat und Tat zur Verfügung und wurde auch Gründer der Freiwilligen"Turnerfeuerwehr" Viehofen. Ihm zur Seite standen Reichsgraf Franzvon Kuefstein - Schloßherr zu Viehofen, Josef Schlögl - Bauer aus Ragelsdorf,Michael Gleiss - Bauer aus Weitern und Bürgermeister Anton Schwarz - Bauer ausRagelsdorf, Gustav Penn - Besitzer der Hammerschmiede zu Viehofen, sowieLeopold Schlögl und Ignaz Schlosser. Weitere Namen konnten leider nicht mehrfestgestellt werden. Der Gründungstag fiel auf den 12.Juli 1874. ReichsgrafFranz von Kuefstein wurde der erste Hauptmann. Mit der Gründung derFreiwilligen Feuerwehr Viehofen wurde eine Zweigstelle in Ragelsdorf errichtet.Zum Leiter derselben bestellte man Anton Schwarz.

Gründungsmitglieder:

ProfessorKarl Schneck - Kdt. FF St.Pölten

ReichsgrafFranz von Kuefstein - Schloßherr zu Viehofen

JosefSchlögel - Bauer aus Ragelsdorf

MichaelGleiss - Bauer aus Weitern, Bürgermeister

AntonSchwarz - Bauer aus Ragelsdorf

GustavPenn - Besitzer der Hammerschmiede

IgnazSchlosser - Viehofen

DieGeschehnisse in und um die Freiwilligen Feuerwehr Viehofen im Zeitraffer:

1874- 1900

Dieersten drei Jahre stand der Wehr Reichsgraf Franz von Kuefstein vor. Ihm folgteder Besitzer der Hammerschmiede, Gustav Penn, der die Wehr von 1877 bis 1881führte. Seine Hammerschmiede stand auf einem Teil des Geländes der FirmaMöbelix und Mömax im Bereich Johannesplatz.

NachGustav Penn übernahm 1881 der Direktor der Spitzenfabrik, Josef Nettl, dieFührung der Wehr. Er stand 15 Jahre der Feuerwehr Viehofen vor. Als Leutnantder Reserve war er ein sehr aktiver Feuerwehrhauptmann. Er stellte als erstereinen Antrag an die Gemeinde, ein "Steigerhaus" in Viehofen errichtenzu dürfen. Gegen einen Pachtvertrag überließ Reichsgraf Franz von Kuefstein einGrundstück zur Errichtung dieses Steigerhauses.

LautGemeinderatsbeschluß vom September 1881 wurde der Löschbereich für dieViehofner Feuerwehr neu festgelegt. Er erstreckte sich nun, außer Viehofen,Ragelsdorf undWeitern auch auf die Gemeinden Mamau, Hain sowie Ober- undUnterradlberg.

ImJuli 1882 wurde an die Gemeinde das Ersuchen herangetragen, eine zweckmäßige"Karrenspritze" zu kaufen. Dem Ansuchen wurde stattgegeben und alsSachverständiger zum Kauf dieser Spritze der Gründer unserer Wehr, Prof. KarlSchneck, beigezogen.

ImSeptember 1889 fand der Bezirksfeuerwehrtag in Viehofen statt. Graf vonKuefstein brachte am 3. Oktober 1897 den Antrag ein, den Viehofner Feuerwehrendie "Anerkennung" auszusprechen und 3 Fässer Bier zu spenden.

Hierzusei festgestellt, daß seit 1894 neben den Ortsfeuerwehren Viehofen und derFiliale Ragelsdorf, auch eine Fabriksfeuerwehr in der Spitzenfabrik unterhaltenwurde, die auf dem Werksgelände auch ein eigenes Gerätehaus zur Verfügunghatte. In den Krisenjahren der Dreißigerjahre wurde die Fabrik geschlossen. DieFabriksfeuerwehr mußte sich auflösen. Ein Teil der Wehr wurde in dieOrtsfeuerwehr aufgenommen.

Am27. November 1898 wurde einstimmig beschlossen, der Feuerwehr Viehofen alsAnerkennung ihrer eifrigen Tätigkeit, ein neues Spritzenhaus anläßlich des 25jährigen Jubiläums zu erbauen. Die Ausschreibung für den Spritzenhausbauerfolgte nach den Plänen von Stadtbaumeister J. Zeilinger. In der Sitzung vom23. März 1899 wurde die Bauausführung dem Baumeister Johann Wohlmeierübertragen.

1900- 1945

DerVorstand der Stadtgemeinde St. Pölten hatte an die Gemeinde Viehofen einSchreiben gerichtet, in dem die Einverleibung Viehofens gefordert wurde. Am18.August 1919 wurde darüber im Gemeinderat beraten. Bis zum Jänner 1926 warFranz Steindl Hauptmann der Ortsfeuerwehr, welcher aufgrund seiner Verdienstezum Ehrenmitglied ernannt wurde. Franz Steindl verstarb am 23. September 1931.

Am11.Jänner 1926 übernahm Stefan Grell, Schullehrer an der hiesigen Volksschule,die Führung der Wehr, welche er bis zum 11.Jänner 1930 inne hatte. Grell warauch Oberleutnant der Reserve und hatte sich während des Weltkrieges mehrmalsausgezeichnet. In seiner Zeit hat sich die Zweigstelle Ragelsdorf von derFreiwilligen Feuerwehr Viehofen losgelöst. Die erste Motorspritze wurdeebenfalls unter Hauptmann Grell erworben.

Mit 11. Jänner 1930 wurde der Landwirt Karl Kurzmann mit 33 Stimmen zum Hauptmanngewählt. Kaum hatte er die Führung übernommen, wurde bereits das Telefon in dasGerätehaus eingeleitet. Der nächste Schritt war die Anschaffung eines Rüstwagens.Über die Firma Rosenbauer wurde ein gebrauchtes Fahrzeug vom Typ Steyr 12, zumPreis von ATS 6.500,- angekauft.

Inden Jahren 1932 und 1933 sind Gespräche wegen der Auflösung derFabriksfeuerwehr der Spitzenfabrik und Aufnahme in die Ortsfeuerwehr im Gange.Mit 1.November 1933 wurden die Mitglieder der Fabriksfeuerwehr aufgenommen.

Diewirtschaftliche Situation in diesen Jahren war für Viehofen besonders triste.Die Spitzenfabrik schloss für immer ihre Pforten, die Gebäude fielengrößtenteils der Spitzhacke zum Opfer.

KommandantKurzmann legte im Jahre 1938 aus gesundheitlichen Gründen die Führung der Wehrnieder. Mit überwältigender Mehrheit wurde Franz Schramm, in den letzten Jahrenschon die rechte Hand von Hauptmann Kurzmann. zum Kommandanten gewählt. Durchden Anschluss an Hitlerdeutschland im Jahre 1938 wurde aus dem Verein Feuerwehreine "Feuerschutzpolizei", welche bis zum Ende des ZweitenWeltkrieges so bestehen blieb. Selbstverständlich waren die meisten derFeuerwehrkameraden an den Fronten. Es waren kaum Männer in der Heimatzurückgeblieben. Die Bombardements wurden auch in unserer Gegend immer heftigerund die Bevölkerung musste sich gegen die Folgen dieser Luftangriffe wappnen.So wurde eine Luftschutztruppe aufgestellt, der größtenteils Frauen angehörten.Viele ViehofnerInnen zählte man in den Reihen der Mitglieder. Sie wurden fürden Ernstfall geschult, so auch auf dem Gebiet der Brandbekämpfung. Trotz allerschwierigen Umstände und Widerwärtigkeiten wurde die Pflicht des Helfens vonden daheim gebliebenen Kameraden bis zum bitteren Ende treu erfüllt.

Währendder Kriegszeit war geplant, die Landesfeuerwehrschule in Wiener Neustadtaufzulassen und in Viehofen eine große moderne Feuerwehrschule zu bauen. Nurwurde das Vorhaben aus kriegsbedingten Gründen hinausgeschoben. Nach dem Kriegwurde dann Tulln realisiert und nicht Viehofen.

DerKrieg endete für Viehofen mit dem Einmarsch der russischen Truppen am 27. April1945.

1946- 1974

Nachdem Kriegsende normalisierte sich sehr langsam aber doch das Leben. Die zurWehrmacht einberufenen Männer kamen nach und nach aus der Kriegsgefangenschaftnach Hause. Franz Schramm war es, der nach seiner Rückkehr die Getreuenzusammenrief und mit dem Wiederaufbau der Wehr begann. Am 8.Jänner 1946 trafensich 10 Männer, welche aus ihren Reihen das Kommando wählten. Franz Schrammübernahm wieder die Führung und somit auch den Aufbau der Wehr. Ihm zur Seitestanden Josef Morawetz, Karl Steindl, Johann Reiterer, Josef Humpelstätter,Anton Dorn sen., Franz Hintersteiner, Leopold Havlicek, Josef Aram und HansZesch.

DasEinzige, das die Wehr damals ihr Eigen nennen konnte, war der von Kamerad JosefAram in den Wirren der letzten Kriegstage sichergestellte Steyr 12.Ansonstenmusste mit nichts begonnen werden. Keine Aggregate, keine Schläuche, keineUniformen, alles war weg.

ImFebruar 1946 wurde das Gerätehaus gründlichst gesäubert und durch die Firma desKameraden Aram die Beleuchtung wieder installiert. Noch im gleichen Monaterhielt die Wehr von der Stadtfeuerwehr eine Tragkraftspritze mit Anhänger.

Schonam Juli 1947 waren 21 Aktive und 3 Schutzmänner am Wiederaufbau beteiligt. ImMai 1948 wurde durch das Kommando beschlossen, die Dienstkriegszeit derJugendgruppe als Feuerwehrdienstzeit voll anzurechnen. Die begonneneRenovierung des Gerätehauses konnte im selben Jahr abgeschlossen werden. Ebensowurde die Mannschaft mit neuen Uniformen eingekleidet.

DasJahr 1950 brachte eine neue feuerwehrinterne Mannschaftseinteilung. Die Wehrwurde in 2 Züge aufgeteilt. Zusätzlich wurden noch weitere Investitionen anAusrüstung und Geräten getätigt. Von der Firma Rosenbauer wurde durch einTauschgeschäft eine neue Tragkraftspritze der Type RW 80 erstanden. DiesesHochleistungsgerät kostete uns bei Berücksichtigung der Tauschpumpe trotzdemATS 4.415,75. Auch wurden Überlegungen angestellt, ein schnelleres Fahrzeuganzukaufen. Die Angelegenheit sollte aber keinesfalls übereilt werden, dafüraber gut überlegt und kalkuliert.

ImApril 1956 befasste sich das Kommando abermals mit der Beschaffung eines neuenFahrzeuges. Es wurde der Ankauf eines Gebrauchtfahrzeuges überlegt, wobei dieGesamtkosten inklusive des normgerechten Aufbaues mit ca. ATS 71.000,-veranschlagt wurden. Im September desselben Jahres wurde von den Besitzern desStandardwerkes, der Familie DI Rabus und Frau Hofholzer, der außer Dienstgestellte Steyr 370 der Wehr zum Geschenk gemacht. Die Firma Speiser ausRatzersdorf wurde beauftragt, die notwendigen Umbauarbeiten durchzuführen.

Am4.August 1957 konnte das neue Löschfahrzeug, welches zusätzlich mit einerVorbaupumpe ausgestattet wurde, unter großer Anteilnahme der Bevölkerunggeweiht und in den Dienst gestellt werden. DI Rabus wurde bei diesem Festaktgeehrt. Altbürgermeister Dr. Steingötter wurde am 15.Jänner 1961 zumEhrenmitglied der Freiwilligen Feuerwehr in Viehofen ernannt.

ImJahr 1962 befasst sich das Kommando mit dem Ankauf eines leichtenLöschfahrzeuges. Tatsächlich konnte im Oktober 1962 von der Fa. Medec inSt.Pölten ein gebrauchter FK l000 angekauft werden. Anfangs Dezember 1962 gingder Ruf durch ganz St. Pölten: "Der Dom brennt!". Großalarm wurdeausgelöst und auch Viehofen musste bei Kälte und Schnee vier Stundenununterbrochen mit anderen Feuerwehren die Brandbekämpfung aufnehmen.

ImJahr 1964 installierte man am Feuerwehrhaus eine stärkere Sirene. Am 5.Julid.J. wurde das nun fertig umgebaute und ausgerüstete Löschfahrzeug FK 1000,wieschon der Steyrer 370, geweiht und in den Dienst gestellt. Die Feuerwehr hattenun zwei Fahrzeuge, die für die damalige Zeit einen raschen Einsatzermöglichten. Man stellte aber bereits Überlegungen an, ein Tanklöschfahrzeuganzuschaffen, um die Schlagkraft noch wesentlich zu verbessern. Bis es aberdazu kam, sollten noch einige Jahre vergehen.

ImJänner des Jahres 1966 wurde DI Rabus die Ehrenmitgliedschaft zuerkannt. Indiesem Jahr wurden Funkgeräte in beide Löschfahrzeuge eingebaut.

Einewesentliche Änderung im Kommando der Feuerwehr trat im Jänner 1968 ein. Diebeiden Kommandant-Stellvertreter Dorn und Steindl zogen sich ausgesundheitlichen Gründen und ihres Alters wegen zurück. Ebenso schied auchZahlmeister Hans Zesch aus dem Kommando aus. Zum Stellvertreter desKommandanten Franz Schramm wurde Gastwirt Ferdinand Kuback gewählt, zumVerwalter wurde unser Ehrenverwalter Gerhard Kotzmann bestimmt. Diese Funktionhatte er fast 40 Jahre in unserer Feuerwehr inne. Das neu gewählte Kommandobefasste sich schon bei seiner ersten Sitzung mit dem Ankauf einesTanklöschfahrzeuges. Nach Absicherung der Finanzierung wurde mit HerrnGeneraldirektor DIng. Rabus wieder Verbindung zum Ankauf eines Fahrzeugesaufgenommen. Seiner tatkräftigen Unterstützung ist es zu verdanken, dass dieFeuerwehr ein TLF 2000 der Type Steyr 586 mit Allradantrieb und Seilwinde zueinem erschwinglichen Preis ankaufen konnte. Im Frühjahr des kommenden Jahres1969 sollte die Auslieferung erfolgen. Im August 1969 konnte das neu erworbeneTankfahrzeug geweiht und in den Dienst gestellt werden. Die Feuerwehr verfügteab sofort über 3 Einsatzfahrzeuge, deren Unterbringung im alten Gerätehaus fastnicht mehr möglich war. Im Kommando beschäftigte man sich nun mit dem Gedankeneines Neubaues. Das Projekt ging somit in die Planungsphase.

KommandantFranz Schramm hatte das 70. Lebensjahr vollendet und legte die Führung der Wehrin jüngere Hände. Durch 33 Jahre hatte er das Geschick der Wehr geleitet undwar an deren Aufbau maßgeblich beteiligt. Zu seinem Nachfolger wurde am 23.Jänner 1971 Ferdinand Kuback gewählt. Anton Dorn jun. wurde stellvertretenderKommandant, Gerhard Kotzmann Verwalter und Johann KubackVerwalter-Stellvertreter.

Wieschon im Jahre 1971 wurde Anfang Jänner 1972 bei der Mitgliederversammlung aufdie Notwendigkeit der Errichtung eines neuen Feuerwehrhauses hingewiesen. DieStadtgemeinde hatte zwar bereits ein Konzept erstellt, für welche Feuerwehrenin den Randbezirken Depots errichtet werden sollten. Nach diesem Plan wäreViehofen an dritter Stelle gewesen. Bürgermeister  Schickelgruber ließ aber überprüfen, ob esnicht doch eine Möglichkeit gäbe, den Bau des Feuerwehrhauses in Viehofenfrüher zu berücksichtigen. Nach vielen Vorsprachen und Verhandlungen, vor allemdurch Kommandant Ferdinand Kuback, Anton Dorn jun. und Gerhard Kotzmann, wurdevon der Stadtgemeinde das Startzeichen zum Beginn des Depotbaues gegeben.

DemViehofner Baumeister Ing. Hans Weitzenböck wurde die Bauleitung undVerantwortung übertragen. Baubeginn war mit dem Aushub für die Grundfestung am1. Oktober 1972. Am 28. Oktober 1972 konnte der Rohbau bis zur Gleiche fertiggestellt werden. Noch im November wurden die Fertigteildecken verlegt undbetoniert. Im Frühjahr 1973 erfolgten die Dachisolierung und die Spenglerarbeiten. Bis zum Herbst konnten die 4 Einfahrtstore montiert sowie dieelektrische Anlage und Heizung in Betrieb genommen werden. Für den Bau desFeuerwehrhauses wurden damals von allen Kameraden ca. 5.000 Arbeitsstundenaufgewendet. Es gab aber auch viele fleißige Helfer aus der Bevölkerung.

NachFertigstellung des neuen Feuerwehrhauses konnte das alte Gerätehaus, welches1899 erbaut wurde, abgetragen werden.

1974- 2000

ImZuge des 100-Jahr-Jubiläums wurde am 28.Juli 1974 das Feuerwehrhaus offiziellbei einem Festakt einer Bestimmung übergeben. Es wurde ein ganzes Wochenendegefeiert. Bei einem Umzug fuhren der Ehrenkommandant Franz Schramm undEhrenkommandant-Stellvertreter Karl Steindl, gekleidet in historischenUniformen, mit einer Pferdebespannten Feuerspritze durch Viehofen.

Nachdemdie Hürde "Gerätehaus-Neubau" bewältigt war, machte da Kommando sichzur Aufgabe, den Fuhrpark zu vergrößern. Im Mai 1975 wurde einMannschaftstransportfahrzeug. welches auch als Kommandofahrzeug benutzt werdenkonnte, angekauft.

ImJahr 1976 kam da Kommando nach eingehender Beratung zur Überzeugung, dass esnun an der Zeit wäre, ein Tanklöschfahrzeug zu kaufen. Es dauerte aber noch biszum Jahr 1978, bis die Genehmigung Seiten der Gemeinde erteilt wurde. DieFahrzeugweihe war für Ende Mai bzw.,

AnfangJuni vorgesehen, leider konnte dieser Termin nicht wahrgenommen werden.Aufgrund eines unvorhergesehenen Ereignisses musste der Termin auf Ende Juniverschoben werden. Was war geschehen? Am 30. Mai 1978 wurde die Stadtfeuerwehrzu einem Kellerbrand" gerufen. Der Alarm wurde auch an die FeuerwehrenWagram und Viehofen weitergeleitet. Die ersteingetroffenen Männer deralarmierten Feuerwehren begaben sich sofort in den Keller, um den Brand zulöschen. Kaum hatte man mit den Löscharbeiten begonnen, kam es zu einerheftigen Explosion.

Dieim Keller befindlichen Männer wurden schwerstens verletzt. Sie erlitten starkeVerbrennungen, dass an ihrer Genesung gezweifelt wurde. Durch die verheerendeExplosion wurde der Verwalter der FF Wagram, Franz Hayden, Vater von 4 Kindern,sofort getötet, der Kornmandant der FF Wagram, Rudolf Gschwendtenwein,schwerstens verletzt. Im Krankenhaus wurde Katastrophenalarm gegeben und alleszur Verfügung stehendes Personal einberufen, damit die Verletzten mit ihrenschweren Verbrennungen schnellstens versorgt werden konnten. Seitens derFeuerwehrzentrale musste ebenfalls Katastrophenalarm gegeben werden, um dieverletzten und ausgefallenen Kräfte ersetzen zu können. Außer Kamerad Haydenerlag 14 Tage später Kommandant Gschwendtenwein seinen Verletzungen. Dies wareines der bisher schwersten Unglücke in der Geschichte des St. PöltnerFeuerwehrwesens.

ImSeptember 1979 wurde in der Steingötter-Straße das Großhandelshaus Metroeröffnet. Dies war für die Freiwillige Feuerwehr Viehofen das erste Großobjekt,welches mit einer Brandmeldeanlage direkt an die Zentrale St. Pöltenangeschlossen wurde. Zahlreiche Fehlalarme verursachten unnötige Ausfahrten.

1980wurde durch das Kommando der Beschluss gefasst, ein neues Löschfahrzeuganstelle des Fahrzeuges FK 1000 anzuschaffen.

 

Beider 107. Mitgliederversammlung am 14.Jänner 1981 wurde das Kommando neugewählt. Neuerlich trat eine Verjüngung des Kommandos ein. Kommandant FerdinandKuback hatte von einer Wiederwahl Abstand genommen. An seine Stelle trat seinbisheriger Stellvertreter Anton Dorn jun. und an die Stelle desstellvertretenden Kommandanten Hermann Gänger. Ferdinand Kuback wurde zumEhrenkommandant ernannt. In diesem Jahr wurde auch das neue Löschfahrzeug inden Dienst gestellt. Um Kosten zu sparen, erfolgte der Umbau derInneneinrichtung von den Feuerwehrkameraden in Eigenregie.

Durchdie Vermittlung von Ehrenkommandant-Stellvertreter Dorn sen. hatte GräfinFranziska von Kuefstein zugesagt, das 3-Tage-Fest der Feuerwehr in der Tenne imSchloßhof abhalten zu lassen. Es wurde ein voller Erfolg. Dieses Fest wurdenoch viele Jahre, auch nach dem Ableben der Frau Gräfin im Schloßhofveranstaltet.

1984wurde das Fest" 110 Jahre FF Viehofen" sowie ,,10 JahreJugendfeuerwehr" gefeiert. Erstmals wurden in diesem Jahr auch Jugendlicheaus Oberradlberg zur Ausbildung in unserer Jugendgruppe auf- genommen. PfarrerGR Willibald Fleischl feierte sein 25 jähriges Priesterjubiläum, bei dem auchwir uns der großen Gratulanten schar anschlossen. Am 18.März starb völligunerwartet Ehrenkommandant Ferdinand Kuback im Krankenhaus St. Polten. Wirwerden seiner immer ehrend gedenken.

Ehrenkommandant Franz Schramm starb am 4. Februar 1986. Er hat die Wehr von allen Kommandantenam längsten erfolgreich geführt. 33 Jahre in einer sehr bewegten Zeit, in dersich der Zweite Weltkrieg ereignete. Franz Schramm wird uns immer Vorbild anPflichterfüllung und Einsatzfreude bleiben. Ihm sei ein ehrendes Gedenkengewiss.

Dasvorhandene Tanklöschfahrzeug 2000 Steyr 586 ist inzwischen 20 Jahre altgeworden und entspricht nicht mehr den geltenden Normen. Wegen einesNeuankaufes wurden Gespräche mit der Gemeinde eingeleitet. Nach Einholen derAngebote der verschiedenen Erzeugerfirmen hat man sich zum Ankauf des TLF 2000von der Firma Lohr entschieden. Diese stellte Anfang September 1988 einesPrototypen vor und lud zu einer Betriebsbesichtigung ein. Danach wurde derLieferauftrag erteilt.

ImApril 1989 gingen in unserem Gebiet heftige Gewitter nieder, wodurch alleFeuerwehren zum Einsatz kamen. Wir wurden nach Pottenbrunn und Zwerndorf zu Auspumparbeitenbeordert. Im Mai hat abermals ein starkes Gewitter arge Verwüstungenangerichtet. Diesmal aber in Viehofen. Es mussten Keller ausgepumpt werden unddie Schloßbergstraße war vermurt und musste gereinigt werden, um sie für denöffentlichen Verkehr wieder frei- zumachen.

Am6. September 1989 wurde das neue TLF 2000 geliefert. Die Kosten für diesesFahrzeug betrugen 2,2 Millionen Schilling. (ca. € 160.000,-- ) Durch diesesFahrzeug konnte die Einsatzkraft der Wehr wesentlich erhöht werden. Am 17.Septemberd.].brach bei der Firma Metro ein Brand aus, welcher sich aber zu einemGroßbrand entwickelte. Das Gartencenter stand in Vollbrand. Trotz des starkenWindes war es gelungen, ein Übergreifen der Flammen auf den Großmarkt zuverhindern. Mit den Aufräumungsarbeiten waren wir noch den ganzen Tagbeschäftigt. Aufgrund der Überprüfung der Kriminalpolizei wurde eindeutigBrandstiftung als Ursache ermittelt.

DasJahr 1989 hatte es einsatzmäßig in sich. Gegen Ende des Jahres, genau am 6.Dezember, gab es wiederum Großalarm. Das Stammhaus der Firma Leiner amRathausplatz brannte. Wie sich herausstellte, wurde auch dieser Brand anmehrere Stellen im Inneren des Gebäudes gelegt. Dieser Großbrand konnte nichtnur von den Feuerwehren St. Pöltens gelöscht werden. Es waren auch andereBezirke, wie z.B. Herzogenburg oder Kirchberg a.d. Pielach im Einsatz. Leiderhat dieser Brand auch ein Todesopfer gefordert. Unsere Wehr war mit allenvorhandenen Fahr- zeugen und 24 Mann stundenlang im Einsatz.

AnfangAugust 1991 kamen wir zum Hochwassereinsatz nach Oberarnsdorf in der Wachau.Zwei Tage mussten wir der dortigen Feuerwehr zur Seite stehen undAuspumparbeiten erledigen. Ende August brannte es bei der EntsorgungsfirmaRatteneder in Wilhelmsburg.

UnserFörderer und Ehrenmitglied Dr. H.C. DIng. Karl Rabus verstarb am 4.Jänner 1992.Er war  es der der Feuerwehr den Steyr370 zum Geschenk gemacht hat. Weiteres war er wesentlich daran beteiligt, denAnkauf des TLF 2000 Steyr 586 der Feuerwehr zu ermöglichen. Trotz seineranstrengenden beruflichen Tätigkeit war er gerne unser Gast und hatte immer einoffenes Ohr für die Belange der Feuerwehr.

ImOktober 1994 konnte beim jährlichen Übungsvergleichswettkampf am Gelände derFirma Voith in St. Pölten der 3. Rang erreich werden. Am 20. d.M. brannte einSchrebergartenhaus am Mühlweg bis auf die Grundfesten ab. Ein Übergreifen aufandere Objekte konnte verhindert werden.

"LKW-Unfallin der Dr. Adolf Schärf-Straße" so geschehen am 4.April 1995. Es flossendabei aus dem durch den Aufprall undicht gewordenen Tank große Mengen anDieselkraftstoff aus, welche mit Ölbindemittel aufgesaugt wurden.

Weiteresmussten aus dem leck gewordenen Tank ca. 500 Liter Diesel umgepumpt werden. ImJuli 1995 brannte eine Diesellok am Bahnhof Viehofen. Nach erfolgterAbschaltung und Erdung der Oberleitung durch Bedienstete der ÖBB, konnten dieLöscharbeiten aufgenommen werden. Wichtig war es, den Tank der Lokomotive zukühlen, da nach Angaben des Lokführers erst kurz zuvor eine große Menge anDiesel getankt wurde. Es entstand nur Sachschaden an der Lokomotive.

AmEnde des Jahres, genau am 26. Dezember 1995, wurde die Feuerwehr in der Nachtzu einem PKW- Unfall gerufen. Ein Fahrzeug stand im Mühlbach und der Fahrer lagohnmächtig, mit dem Kopf unter Wasser, im Fahrzeug. Noch vor Eintreffen derRettung und Feuerwehr konnte der Mann von zwei Privatpersonen gerettet werden.Mit Hilfe der Wasserrettung und des Kranfahrzeuges der FF St. Pölten wurde dasFahrzeug aus dem Mühlbach gehoben.

DasJahr 1996 begann mit einem der größten Einsätzen der Feuerwehr in Viehofen .Am11.Jänner, um 22.45 Uhr, traf bei der FF Viehofen folgender Alarm ein:"Brand bei der Firma Krefft, Austinstraße" .Bei Eintreffen derFeuerwehr stand bereits eine Halle mit ca. 1.800 m' in Vollbrand. 14Feuerwehren mit ca. 240 Mann und 40 Fahrzeugen standen die ganze Nacht imEinsatz. Erst gegen Morgen konnte "Brand aus" gegeben werden. DieBrandwache dauerte bis Mittag. In den nächsten Tagen mussten wir noch einigeMale zu Nachlöscharbeiten ausrücken. Verletzt wurde bei diesem Großeinsatzniemand. Ein Übergreifen auf die Gebäude der Emmausgemeinschaft: konnteverhindert werden. Nach diesem Brand zog die Firma Krefft in eine neue Hallenach Loosdorf, die Brandruinen in Viehofen stehen teilweise noch heute.

2Tage nach diesem Großeinsatz waren wieder Wahlen bei der Feuerwehr, KommandantAnton Dorn hatte aus beruflichen Gründen auf eine Wiederkandidatur verzichtet.So wurde der bis dahin stellvertretende Kommandant Hermann Gänger zumKommandanten und Ing. Stefan Pfeifer zu seinem Stellvertreter gewählt.

 

Einsatzmäßighatte es 1996 in sich. So rückten wir am 30.Dezember, schon um 7:00 Uhr, zueiner Menschenrettung bei der Emmausgemeinschaft aus. Ein stark unterkühlterMann musste mittels der Drehleiter der FF St.Pölten über das Dach vom Dachbodengeborgen werden. Er hatte sich dort versteckt und wäre fast erfroren. AmVormittag kam es im Bereich PS Markt zu einem Verkehrsunfall. Ein PKW musstegeborgen werden. Kurz nach Mittag ging erneut der Alarm. Nach tagelangenTemperaturen unter 10 Grad Minus vereiste der Mühlbach in der Karl-LudwigStraße so stark, dass bereits Gärten unter Wasser standen und einige Keller inder Postgasse mit Wasser gefüllt waren. Es mussten einige Bäume im Uferbereichabgesägt und danach der Eis stoß mit ca. 10 Sprengungen beseitigt werden.

1997war geprägt von vielen kleinen Einsätzen wie z.B. Fehlalarmen, Wohnungstürenöffnen, usw. Am 8.Juli war es aber dann mit den kleinen Einsätzen vorbei. Wirerinnern uns alle noch an das Jahrhundert-Hochwasser. Viehofen blieb, sieht manvon einigen Kellern, welche mit Sickerwasser gefüllt waren ab, vom Hochwasserverschont. Wir mussten jedoch 2 Tage in Harland, Ochsenburg und St. GeorgenAuspump- und Reinigungsarbeiten leisten. Das Land Niederösterreich bedanktesich bei allen beteiligten Einsatzkräften mit einer Anerkennungsurkunde.

Der12. Oktober 1997 war ein historischer Tag für Viehofen. Der Zubau der Kirchewurde feierlich eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben. Die Feuerwehr war natürlichmit einer Abordnung dabei. Das Einkaufzentrum Traisenpark hat uns seit seinemBestehen sehr viele Einsätze beschert. Meist waren es jedoch nur Fehlalarme.Nicht aber so am 30. Mai 1998. Wir wurden um ca. 4.00 Uhr morgens alarmiert undmussten feststellen, dass ein Großteil des Kellers im Traisenpark unter Wasserstand. Der Niederspannungsraum. wo eine Stromstärke bis 1000Volt auftretenkann, stand ebenfalls ca. 1,5 Meter unter Wasser. Weiteres waren 3Aufzugsschächte. sowie zahlreiche Warenlager diverser Firmen überflutet. Waswar geschehen? Die Hauptleitung der Wasserversorgung war bei einem Filterdeckelauf- geplatzt. Wir pumpten mit 4 großen Tauchpumpen in ca. 9 Stunden denkompletten Kellerbereich aus.